Endemann & Geugelin in der Galerie Meier


In seiner Frühlingsausstellung zeigt Horst Dieter Meier Skulpturen der Holzbildhauerin Heike Endemann und der Metallbildhauerin Manuela Geugelin. Ihre Werke zeugen von einer großen Freude am puren Material – es gleichsam zum Leben zu erwecken, darum geht es beiden. Die Vernissage ist am Freitag, dem 15. März, um 19 Uhr, die Ausstellung läuft bis zum 26. April 2019.

Heike Endemann lebt in Radolfzell. Sie hat in Konstanz Biologie und in New York Bildhauerei studiert und lässt ihre Expertise als Naturwissenschaftlerin in ihr bildhauerisches Werk einfließen: als Forschergeist, der sie auf ihrem künstlerischen Weg stets begleitet. Sie arbeitet ausschließlich mit dem Holz von Bäumen, die von den Förstern und Gärtnern der näheren Umgebung "aussortiert" wurden, und verwendet neben heimischen Buchen, Eschen oder Ahornbäumen beispielsweise auch Mammutbaum, den Tulpenbaum oder den sog. Götterbaum. Wenn sie die Kettensäge ansetzt, um die groben Formen zu bestimmen, ist das wie ein erstes Skizzieren, die genauen Formen arbeitet sie dann nach und nach heraus, im ständigen Dialog mit dem noch frischen Holz und seinen spezifischen Eigenheiten. Ist die grobe Form gefunden, bearbeitet sie die Oberflächen mit dem Stechbeitel und in jüngerer Zeit zunehmend mit der Handkreissäge. Durch eine Vielzahl teils äußerst dicht gesetzter Schnitte blättert sie das Holz auf oder überzieht es mit Texturen, die sie durch das abschließende Färben und Flämmen kontrastreich betont. Es ist diese typische Zeichnung mit ihrem markanten Linienspiel, die den Skulpturen von Heike Endemann eine starke graphische Wirkung und ihren unverwechselbaren Stil verleiht.

Manuela Geugelin hat in Berlin Musik und an der Edith Maryon Kunstschule in Freiburg Bildhauerei studiert. Ihre Skulpturen und Wandobjekte sind von einer großen Ausdruckskraft, gefertigt aus Feinblechen, die in den Stärken von 0,3 bis 0,7 mm nicht eben leicht zu bearbeiten sind. Mit Kupfer arbeitet sie seit jeher – als chemisches Element ist es von größter Reinheit und zählt zu den ältesten verarbeiteten Metallen. Aber auch andere Metalle wie Messing, Aluminium und in jüngster Zeit Neusilber kommen zum Einsatz und verleihen den Werken mit ihrer Farbigkeit und ihrer individuellen Materialität eine jeweils eigene Ästhetik. Die Bildhauerin entwickelt die Form unmittelbar aus dem Material heraus, in einem elementaren und geradezu archaischen Schaffensprozess. Am Beginn steht das Hämmern, Verdrehen und Falten, ein aufwändiges und energieintensives Modellieren, bei dem sich das Metallblech vollständig verwandelt und eine neue innere Tektonik erhält. Ist die Form fertiggestellt, wird sie geflämmt und in einem stetigen Wechsel zwischen Erhitzen und Abkühlen, zwischen Feuer und Wasser mit einer Patina überzogen. Manuela Geugelin geht an die Grenzen des Materials. Ihre Werke sind zwischen Biegsamkeit und Sprödigkeit, zwischen spiegelndem Glanz und diffuser Mattheit, zwischen Stabilität und Vergänglichkeit angesiedelt, mit wechselnden, stets ambivalenten Charakteren.

Heike Endemann & Manuela Geugelin – Skulptur in Holz und Metall | Ausstellung in der Galerie Meier, Gerberau 4, 79098 Freiburg

Vernissage: Fr. 15. März 2019, 19 Uhr | Einführung: Dr. Heike Piehler

Ausstellung bis 26. April 2019 | Di. - Fr. 12:00 - 18:30 Uhr und jederzeit nach Vereinbarung, Sa. 11:30 - 16:00 Uhr

Bild: Manuela Geugelin (li.), Multiphonics, Neusilber, 100 x 70 x 11 cm, 2018 | Heike Endemann (re.), Multicut Frame, Zuckerahorn, Farbe, 34 x 34 x 14 cm, 2019 | Detailansichten, Galerie Meier, Freiburg


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