Die Fünf im T66


Fünf Absolventinnen machen in diesem Sommer ihr Bildhauerei-Diplom an der Edith Maryon Kunstschule in Freiburg-Munzingen. Ihre Abschlussausstellung ist im Kulturwerk T66 in Freiburg zu sehen, kuratiert von CW Loth. Zur Eröffnung am 11. Juli um 19 Uhr spricht Dr. Antje Lechleiter. Die fünf Bildhauerinnen haben der Ausstellung den Titel Die Fünf ist die naturliche Zahl zwischen vir und secks gegeben, in Kinderschrift geschrieben und gespickt mit Schreibfehlern – sie spielen mit dem Prozess des Lernens selbst. Vier Jahre lang haben sie in den verschiedenen Techniken der klassischen Bildhauerei und mit jüngeren Ausdrucksmitteln wie Installation und Performance gearbeitet.

Stefanie Habighorst hat ein Netz der Balance in Bronze gegossen, inspiriert von den 3000 Jahre alten Felsritzungen von Tanum in Schweden. Ihre zeichenhaften Motive sind als elementare Szenen zu sozialer Begegnung, Sesshaftigkeit, Migration und Globalisierung lesbar, die gleichermaßen als Symbole einer prähistorischen Zeit und der Gegenwart betrachtet werden können.

Ramona Hurkes hat organische Wabenformen aus Papier entwickelt, in einem prozesshaften Gestalten, in dem die Form nach und nach aus dem Material heraus gewachsen ist. In ihrer dreiteiligen Installation am Boden, an der Wand und frei im Raum hängend löst sie die Oberflächen auf – und das Verhältnis von Innenraum und Außenraum.

Larissa Kiefer macht ihren eigenen Körper zur Skulptur. Die Choreographie ihrer dreiteiligen Videoinstallation verzichtet auf jegliches Beiwerk und konzentriert sich auf eine Bewegungsabfolge, die sie in drei verschiedenen Raumachsen aufführt. Der Kokon, die Verpuppung und die Häutung, ist das Thema ihrer Performance, in der sie selbst zu einer skulpturalen Figur wird.

Um die Schönheit der natürlichen Form geht es bei Caroline Kranzer, die in ihren Skulpturen den Wuchs und den Charakter des Holzes zum Ausdruck bringt. Einen knorrigen, in sich verwundenen Quittenstamm hat sie intuitiv auseinander gesägt und die beiden Teile unterschiedlich bearbeitet, um sie dann in überraschend neuer Position spannungsreich einander gegenüberzustellen.

Mit der surrealen Welt des Traumes hat sich Irene Mellert befasst und eigene Traumbilder festgehalten, so auch die lebensgroße Figur einer Schlafenden, die sie aus zarten vierblättrigen Drahtblumen geknüpft hat. Der Betrachter blickt auf Augenhöhe auf die Träumende, die zusammen mit Aquarellen gezeigt wird, die in einer Spielart des kreativen Automatismus entstanden sind.

Die Fünf ist die naturliche Zahl zwischen vir und secks. Diplom-Ausstellung der Edith Maryon Kunstschule Freiburg e.V. im Kulturwerk T66, Talstraße 66, 79102 Freiburg | Kurator: CW Loth | Vernissage: Do. 11. Juli, 19 Uhr, Einführung: Dr. Antje Lechleiter | Presse-/Katalogtext: Dr. Heike Piehler | Ausstellung bis 20. Juli 2019, geöffnet Do. - So. 14-18 Uhr | Finissage und Künstlergespräch: 21. Juli, 11 Uhr | Eintritt frei.

Bild: Irene Mellert, 2019, Drahtfigur, lebensgroß (Ausschnitt)


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