Legermann & Wesenberg im depot.k


Die Doppelausstellung "Nirgendwo dazwischen" im depot.K mit Malerei von Petra Legermann und Paul Wesenberg ist der Natur gewidmet. Die Vernissage ist am Freitag, dem 14. Februar 2020, um 19 Uhr.


Petra Legermann gestaltet ihre Malerei aus der Skizze heraus und bewahrt in der Ausarbeitung ihren flüchtigen, skizzenhaften Charakter. Die Freiburger Künstlerin und Architektin hat berufsbegleitend vier Jahre das Kunstkolleg an der hKDM bzw. seit 2018 der Hochschule Macromedia in Freiburg besucht und im letzten Jahr abgeschlossen. Sie ist eine versierte Zeichnerin, ihre Skizzenbücher hat sie immer dabei. Unterwegs hält sie ihre Eindrücke fest, skizziert Landschaften, Gebäude, viele Bäume, aber auch Tiere und Menschen. Es sind besonders alte knorrige Bäume und solche, die aufgrund ihres besonderen Wuchses ihre Aufmerksamkeit wecken. „Wir nehmen sie in ihrer Gestalt nicht wahr“, erklärt sie. Genau darum geht es ihr aber, sie gibt den Bäumen in ihren Bildern ihre Individualität zurück. Um eine Komposition auszuarbeiten, greift sie auf eine oder auch auf mehrere Skizzen zurück, entwickelt eine Bildidee, lässt manches weg oder kombiniert verschiedene Elemente neu. Es gibt für viele ihrer Bilder Tuscheskizzen, in denen sie den Bildaufbau bestimmt und die schon alle Elemente enthalten, die sie später in ihre Malerei überträgt. Vergleicht man diese Ausarbeitungen mit den Kompositionsstudien, so wird schnell deutlich, dass sie zwar in Ölfarbe ausgeführt sind, dabei aber doch erstaunlich skizzenhaft bleiben: Die Details sind da, wie etwa ein markantes Astloch im Stamm oder verschiedene Bildelemente im Hintergrund. Aber alles ist mehr angedeutet als ausgearbeitet, in einem lockeren Duktus und einer reduzierten Farbigkeit.


Der Berliner Künstler Paul Wesenberg ist in Minsk geboren und in Weißrussland, Finnland und Deutschland aufgewachsen. In Minsk hat er sein Kunststudium abgeschlossen und im Anschluss daran an der Kieler Muthesius Hochschule für Kunst und Gestaltung seinen zweiten Hochschulabschluss gemacht. Die Inspirationen für seine Malerei erhält er in der Natur, wie die Bildtitel erweisen: Das Unwetter (2018) oder Der rote Hahn (2016). Andere Titel zeugen von freieren Landschaftsimpressionen, wie z. B. Silbersommer (2016 – 2018), oder auch von reinen Abstraktionen wie die Serie der Wunderbilder (2017). Er schätzt die Ursprünglichkeit, die Echtheit des Materials und entwickelte eine vollkommen neue Malweise. Im Grunde handelt es sich auch hier um Ölfarbe auf Leinwand, aber die Leinwand bringt er mit ihrer charakteristischen Stofflichkeit zur Geltung, grundiert sie mitunter nur teilweise oder gar nicht, greift auch einmal zu Rohleinen. Das Besondere ist aber, dass er seine Vorzeichnungen in die Leinwand ritzt, sie reißt entlang dieser Linien auf und franzt aus. Sein Umgang mit der Farbe ist nicht minder unkonventionell: Er verwendet nicht nur Ölfarben, sondern auch Ölhäute, die er für jedes Bild individuell herstellt und in einer Collagetechnik als plastisch-reliefhafte Elemente in seine Bilder einarbeitet. Mit seinem unmittelbaren, elementaren Umgang mit dem Leinwandstoff und der Ölfarbe erzielt er einen unverwechselbaren persönlichen Stil, den er als eine Form der Reduktion, der „Substraktion“ bezeichnet. Dabei überlässt er nichts dem Zufall. Jedes Detail ist bewusst gesetzt und folgt einer Bildidee, die – dann auch mit dem Pinsel oder z. B. mit zarten eingezogenen Fäden – minutiös ausgearbeitet wird.

Nirgendwo dazwischen – Petra Legermann & Paul Wesenberg Ausstellung im depot.K, Lehener Straße 30

Vernissage: Fr. 14.02.2020, 19 Uhr | Einführung: Dr. Heike Piehler

Ausstellung bis 15.03.2020 | Di. u. Do. 17 - 19 Uhr, Sa. u. So. 14 - 17 Uhr

Finissage: So. 15.03.2020, 15 Uhr

Bild: Petra Legermann, Baumleben, 80 x 60 cm, Öl auf Leinwand, 2018; Paul Wesenberg, O.T. I/Wunderbilder, 49 x 28,5 cm, Öl, Mischtechnik, Leinwand/Holz, 2017


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